

Das Städel Museum in Frankfurt befindet sich noch bis Frühjahr 2012 in der Erweiterungsphase. Für die Wiedereröffnung der Sammlung „Alte Meister“ im Mainflügel des Altbaus im Dezember 2011, im „Kabinett zum Main“, haben wir einen Multitouch-Tisch realisiert.
Der Tisch schafft einen bisher nicht dagewesenen Mehrwert an Kunsterlebnis im Städel Museum. Er lädt zu einer Änderung des Denkprozesses bei der Kunstbetrachtung ein.
Durch Berührung der Oberfläche erscheint eine Themenliste mit acht Schlagworten. Nach Wahl eines Themas erscheinen fünf, teils sehr persönliche Fragen. Der Besucher kann nun intuitiv die Frage auswählen, die ihn am stärksten anspricht und wird daraufhin mit einer Auswahl von sechs Bildern aus der Städel-Sammlung präsentiert. Er wird indirekt aufgefordert, sich mit der Frage und den ihm dazu präsentierten Werken auseinander zu setzen. Er kann sich angesprochen fühlen. Oder das Bild aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Einem Blickwinkel, der bei der klassischen Betrachtung des Bildes an der Wand nicht aufgekommen wäre: Bild betrachten, lexikalische Informationen durchlesen und mit dieser Information das Bild in sich aufnehmen. Dieser Prozess wird hier geändert. Die interaktive Anwendung basiert auf einem assoziativen und didaktischen Ansatz der Kunstvermittlung. Bewusst wird eine emotionale Herangehensweise provoziert. Mittels eines Informationspunktes neben dem ausgewählten Bild ist es zudem möglich, sich über die lexikalischen Angaben und den Standort in der Ausstellung zu informieren.
Das Design der Oberfläche zeigt einen schwarzen Untergrund. Die darauf gruppierten weißen Puks, die weiße Schrift und die entschleunigten Bewegungen sorgen dafür, dass nichts von der Einzigartigkeit der Bilder ablenkt.
Wir haben das Konzept in enger Zusammenarbeit mit dem Städel Museum erarbeitet. Der mit Leder eingefasste Tisch misst ca. 3,5 x 1,5 m, im Hintergrund läuft ein von uns entwickeltes CMS. Es ist so aufgebaut, dass die Mitarbeiter des Museums in Echtzeit Inhalte auf Neuerwerbungen, Sonderausstellungen, temporäre Leihgaben oder tagesaktuelle Ereignisse wie die Finanzkrise mit entsprechenden Fragen und reflektierenden Kunstwerken aktualisieren und anpassen können.